Übertragungsverlust
Der Übertragungsverlust, auch Netzverlust, ist die Differenz zwischen erzeugter elektrischer Leistung im Kraftwerk und der verbrauchten Leistung. Pro 100 km Netzlänge betragen die Übertragungsverluste bei den in Mitteleuropa üblichen Übertragungsspannungen etwa 6 % der Netzleistung. In Deutschland gehen durch Netzverluste rund 4 % der verbrauchten Energie verloren. Sie entstehen hauptsächlich durch den Ohmschen Widerstand der Übertragungsleitungen. Der durch sie fließende Strom verursacht dabei eine Erwärmung der Leitungen. Daneben spielen für die Netzverluste auch die Verluste durch Koronaentladung eine Rolle.
Verringerung
Um die Übertragungswirkverluste möglichst gering zu halten, wird die Betriebsspannung möglichst hoch gewählt. Hierbei stehen zwei Dinge im Konflikt: Erhöhte Kosten für den Isolationsaufwand der technischen Anlagen und die reduzierten Betriebskosten aufgrund der verringerten Wirkverluste.
Bei der Übertragung durch Kabel hängt der Spannungsabfall
über das Kabel linear vom fließenden Strom ab. Vernachlässigt man bei
einer Leitung die Leiter-Erd-Kapazitäten und die Isolations- bzw
Koronaverluste, so ist der Spannungsabfall gegeben durch
.
Zu beachten ist, dass es sich hierbei um komplexe Größen handelt. Da
die von der Leitung aufgenommene Leistung aber das Produkt aus dem
komplexen Spannungsabfall über der Leitung und dem konjugiert komplexen
Strom durch die Leitung ist, ergeben sich sie Leitungsverluste zu
.
Setzt man nun den Zusammenhang aus Spannungsabfall über der Leitung und
dem Strom durch die Leitung ein, so ergibt sich für die aufgenommene
Scheinleistung
.
Diese ist hier die komplexe Scheinleistung, die durch die Leitung
aufgenommen wird (unter Vernachlässigung der Kapazitäten und der
Isolations- bzw. Koronaverluste).
Um die von der Leitung aufgenommene Verlustwirkleistung zu berechnen,
rechnet man den Realteil der komplexen Scheinleistung aus.
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