SAP
Fünf ehemalige Mitarbeiter der IBM (Claus Wellenreuther, Hans-Werner Hector, Klaus Tschira, Dietmar Hopp und Hasso Plattner) gründeten 1972 SAP Systemanalyse und Programmentwicklung in Weinheim.
Sie entwickelten Programme, die Lohnabrechnung und Buchhaltung per Großrechner ermöglichten. Statt die Rechner von Operatoren per Hand mit Programmen füttern zu lassen wie bei ihrem Ex-Arbeitgeber IBM, setzen sie auf die Eingabe per Bildschirm.
Das erste Büro war in Mannheim. 1976 wurde die SAP GmbH gegründet, die ein Jahr später von Weinheim nach Walldorf umzog. Heute ist SAP in Europa, im Nahen Osten und Afrika, in Nord- und Südamerika sowie in Asien und dem pazifischen Raum vertreten.
Aus der GmbH wurde im August 1988 eine Aktiengesellschaft. Am 4. November 1988 ging das Unternehmen an die Börse und wurde unter anderem an der Frankfurter sowie der Stuttgarter Börse gelistet.
SAP stand zunächst als 'Kürzel' für Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung bzw. Systems, Applications and Products in Data Processing. Erst 2005 wurde durch einen Beschluss der Hauptversammlung das 'Kürzel' zur Firma. Seitdem ist SAP Firma und Logo zugleich.[2][3]
Vier der Gründer, Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Klaus E. Tschira und Hans-Werner Hector, bilden zunächst den Vorstand. 1991 wurde Henning Kagermann in den Vorstand gewählt, 1993 kam Peter Zencke als weiteres Mitglied dazu. Claus E. Heinrich und Gerhard Oswald sind seit 1996 Vorstandsmitglieder. 1998 fand der erste Wechsel an der SAP-Spitze statt. Dietmar Hopp und Klaus Tschira wechselten in den Aufsichtsrat, dessen Vorsitz Dietmar Hopp übernahm. Henning Kagermann wurde zum stellvertretenden Vorstandssprecher ernannt. Werner Brandt kam 2001 als Finanzvorstand (Chief Financial Officer) zur SAP. Léo Apotheker ist seit 2002 Vorstandsmitglied und President of Global Customer Solutions & Operations.
2003 wurde Henning Kagermann Vorstandssprecher und CEO der SAP. Im Februar 2007 wurde sein Vertrag, auf seinem eigenen Wunsch, nur bis 2009 verlängert. Hasso Plattner übernahm von Dietmar Hopp den Vorsitz im Aufsichtsrat. Anfang 2007 verließ Vorstandsmitglied Shai Agassi, der als möglicher Kagermann-Nachfolger gehandelt wurde, das Unternehmen.
Vorstandsmitglied Léo Apotheker wurde im April 2008 zum zweiten Vorstandssprecher der SAP AG, neben Henning Kagermann, ernannt.
SAP hat weltweit 43.800 Mitarbeiter (Stand Dezember 2007), davon etwa 10.600 Mitarbeiter in der Software-Entwicklung, und erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von 10,3 Mrd. EUR[4] Die Aktie gehört zu DAX[5] und Dow Jones Euro Stoxx 50 und wird unter anderem an der Frankfurter (seit 1988) und der New Yorker Börse (seit 1998) gehandelt.
Die SAP ist weltweit durch etwa 120 Tochtergesellschaften präsent. Das Unternehmen betreibt neben dem Entwicklungszentrum am Unternehmenssitz in Walldorf noch weitere Entwicklungsstandorte in den USA, Frankreich, Kanada, Israel, Indien, Australien, Japan, der Volksrepublik China, Bulgarien, der Slowakei, Ungarn und Polen.
Im Jahr 2006 wurde in Deutschland nach anfänglichem Widerstand der Belegschaftsmehrheit und der Unternehmensleitung ein Betriebsrat aufgebaut.[6][7][8]
Am 7. Oktober 2007 gab die SAP AG, Walldorf, bekannt, dass sie das französische Softwarehaus Business Objects S.A. im ersten Quartal 2008 für 4,8 Milliarden Euro im Rahmen einer freundlichen Übernahme erwerben will. Nach dem Einholen der erforderlichen kartellrechtlichen Genehmigungen veröffentlichte SAP im Dezember 2007 Erwerbsangebote in Frankreich und USA. Bis Ende Januar 2008 hatten über 95 % der Business-Objects-Aktionäre diese Angebote angenommen und ihre Business-Objects-Wertpapiere an SAP verkauft.
Am 11. Februar 2008 gab die SAP bekannt, dass sie die ihr noch nicht direkt oder indirekt gehörenden Business-Objects-Wertpapiere bis 18. Februar 2008 durch ein Squeeze-out-Verfahren erwerben wird. Am 18. Februar 2008 wurde die Notierung der Business-Objects-Aktien und der ORNANE bei EURONEXT aufgehoben (Delisting). Die Notierung der Business Objects American Depositary Shares („ADS“) bei der US-amerikanischen Börse NASDAQ wurde am 19. Februar 2008 aufgehoben. Zum 1. März 2008 wurde John Schwarz, CEO von Business Objects, in den Vorstand der SAP AG berufen.
Im ersten Quartal 2008 wurde der Kauf des französischen Softwarehauses Business Objects S.A. für 4,8 Milliarden Euro abgeschlossen.[9]
Am 2. April 2008 bestätigte Hasso Plattner, dass der CEO Henning Kagermann im Frühjahr 2009 aus Altersgründen voraussichtlich in den Ruhestand treten wird.
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