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Energieversorgungsunternehmen

Unter einem Energieversorgungsunternehmen (EVU) versteht man meist ein Unternehmen, welches entweder elektrische Energie erzeugt und über das öffentliche Stromnetz verteilt oder die Versorgung mit Erdgas oder Wärme betreibt. Das EVU ist oft Betreiber und Eigentümer des Energieverteilungsnetzes (Stromnetz, Gasnetz, Fernwärmenetz).

Deutschland

In Deutschland kann man die EVU unterteilen in überregionale Versorger, die auch die Hochspannungsnetze betreiben, und regionale Versorgungsunternehmen, die ihrerseits häufig wieder Tochterunternehmen der großen EVU sind.

Im Entwurf zur Neufassung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sind Energieversorgungsunternehmen nach §3 Satz 1 Nr 18 "natürliche oder juristische Personen, die andere mit Energie versorgen, ein Energieversorgungsnetz betreiben oder an einem Energieversorgungsnetz als Eigentümer Verfügungsbefugnis besitzen". Sie übernehmen also Aufgaben der Erzeugung, der Verteilung und des Vertriebs, wobei das EnWG in Umsetzung des europäischen Gemeinschaftsrechtes eine Entflechtung der sog. vertikal integrierten EVU festschreibt.

Vertikal integrierte EVU sind nach der Legaldefinition des § 3 Nr. 38 EnWG solche Unternehmen oder eine Gruppe von Unternehmen, die im Elektrizitätsbereich mindestens eine der Funktionen Übertragung oder Verteilung und mindestens eine der Funktionen Erzeugung und Vertrieb wahrnehmen; entsprechend liegt im Gasbereich ein vertikal integriertes EVU vor, wenn das Unternehmen oder die Gruppe mindestens eine der Funktion Fernleitung, Verteilung, Betrieb einer LNG-Anlage oder Speicherung und gleichzeitig eine der Funktionen Gewinnung oder Vertrieb von Erdgas wahrnimmt. Das bedeutet, der Netzbetrieb muss rechtlich, operationell, informationell und buchhalterisch unabhängig von anderen Tätigkeiten im Bereich der Energieversorgung organisiert werden. (Quelle: König, Kühling, Rasbach: Energierecht; www.pwc.de)

In Deutschland gibt es 876 Stromversorgungsunternehmen (Stand 2006)[1]. Die vier größten Energieversorgungsunternehmen sind:

  • RWE
  • E.ON
  • EnBW
  • Vattenfall

Zusammen beherrschen diese vier ca. 80 Prozent des deutschen Strommarktes (vgl. ihre Netzbetreiberrolle für die vier Regelkreise im Stromnetz). Sie sind in der Deutschen Verbundgesellschaft zusammengeschlossen. Diese Gesellschaft arbeitet die Regeln für den Betrieb der Kraftwerke aus.

Die DB Energie versorgt die Fahrzeuge der Deutschen Bahn mit Einphasenwechselstrom der Frequenz 16,7 Hz. Da dies nur für den Bahnbetrieb geschieht, wird sie nicht zu den eigentlichen EVU gerechnet, obwohl sie auch ein umfangreiches Hochspannungsleitungsnetz betreibt, welches auch nach Österreich und in die Schweiz führt.

Daneben gibt es noch einige EVU, die Elektroenergie vorwiegend aus regenerativen Energiequellen ("Ökostrom") herstellen bzw. verteilen. Die größten darunter sind:

  • LichtBlick
  • Greenpeace energy
  • Elektrizitätswerke Schönau
  • Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr

Weitere Anbieter siehe Ökostrom#Deutschland

Alle EVU müssen in Deutschland in hohem Maße kooperieren. So gibt es zahlreiche Hochspannungsleitungen, bei denen nicht beide Leitungssysteme vom gleichen EVU betrieben werden. Daneben gibt es auch gemeinsam von den EVU und der Deutschen Bahn betriebene Hochspannungsleitungen.

Die EVU wie seine Kunden sind gut organisiert. Besonders zwischen Industrie und den EVU gibt es ein partnerschaftliches Verhältnis, das sich unter anderen in den sogenannten Verbändevereinbarungen VV II+ äußert. Nachfolgend einige bekannte deutsche Verbände:

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Energieversorgungsunternehmen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar, dort kann man den Artikel bearbeiten.